Freude für Leib und Seele

Sommer-Matinée des Gesangverein Ruppertshofen

Der Gesangverein Ruppertshofen hatte zur Matinée geladen. Beginnend mit einem Gottesdienst gestalteten anschließend fünf Chöre ein abwechslungsreiches Konzert.

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Das Leitthema des Gottesdienstes, dem bekannten Lied von Paul Gerhardt entnommen, zog sich gleichsam wie ein roter Faden durch den Sonntagmorgen. Pfarrer Schiek lenkte in seiner Ansprache den Blick auf die unzähligen Wunder der Schöpfung, die im genannten Lied Ausdruck finden. Chor und Gemeinde sangen abschnittsweise alle fünfzehn Verse dieses allen seit Kindertagen bekannte Kirchenlied.

Anschließend an den Gottesdienst begann der konzertante Teil des Vormittags. Vorstand Herbert Berroth hieß die Sängerinnen und Sänger und die Gäste in der vollbesetzten Kultur- und Sporthalle Jägerfeld herzlich willkommen. Der gemischte Chor des Gesangverein Ruppertshofen eröffnete die Matinée mit einer schwungvollen Intrada, deren Rhythmus durch Klatschen und Stampfen unterstrichen wurde, und mit „Sing und Swing im Chor“. Der gemischte Chor des Liederkranz Laufen, dirigiert von Martin Schneider, hatte traditionelles Liedgut mitgebracht. „Schöner Tag“, ein stimmungsvolles Lied, passte wunderbar zum Sonntagmorgen, flott und fröhlich erklang das Trinklied „Auf das Leben“. Ein Potpourri von Volksliedern, mehrstimmig vorgetragen, zauberte heitere Gesichter bei Sängern und Zuschauern, waren die Melodien doch altbekannt und sehr beliebt.

Der Frauenchor „Passione“ aus Iggingen, unter Leitung von Gisela Gräßle-Derer, machte seinem Namen alle Ehre. Die leidenschaftliche Freude am Singen ließ auch die Zuhörer nicht unbeteiligt. Schon im ersten Lied „Schönen guten Morgen“, wurden sie aufgefordert, als Echo die Strophen zu wiederholen. Mit „Morning has broken“ und „Über den Wolken“ kam der Klang eines reinen Frauenchores sehr schön zur Geltung. Und nochmals wurden die Konzertbesucher zum Mitsingen animiert „Schuld war nur der Bossa Nova“, „Rote Lippen

soll man Küssen“ und „Que Sera“ erschallten, zumindest im Refrain, aus dreihundert Kehlen. Erfrischend, wie es nur Kinder sein können, traten die „Ruppertshofener Singvögel“ unter der Leitung von Larissa Schneider auf die Bühne. Sie brachten ein Geburtstagslied zum Besten und begleiteten das Lied „Singen, spielen, tanzen“ mit passender Choreographie. Dass die Jüngsten auch schon fit in Modetänzen sind, zeigten sie mit dem Rap-Song „Kommt, ihr Leut’.“ Als Vorfreude auf das Kindermusical „Aglaia“, das im kommenden Jahr in Ruppertshofen zur Aufführung kommen soll, gaben sie eine kleine, vielversprechende Kostprobe. Mit „Reicht euch froh die Hände“ verabschiedeten sie sich unter viel Applaus.

Die Gesangsgruppe „Sommerwind“ hatte Lieder der dreißiger Jahre zusammengestellt. „Die Männer sind alle Verbrecher“, „Wie kommt der Lippenstift in Lehmans Unterbett“ und „Ich hab’ das Fräul’n Helen Baden seh’n“ trugen sie mit Leichtigkeit und einem Augenzwinkern vor. Den Abschluss des Konzertteils bildete der gemischte Chor des Gesangverein Ruppertshofen unter der Leitung von Jutta Nagel mit einem Querschnitt goldener Evergreens. Wer kennt und liebt nicht „Es ist so schön am Abend bummeln zu geh’n“, „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“, „Salome“ und „In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine“? Sebastian Krieg begleitete die Lieder, die sauber intoniert und mit viel Dynamik vorgetragen wurden, souverän am Klavier. Mit „Heut’ ist der schönste Tag in meinem Leben“ beschloss der Chor das Konzert. Den Bogen zurück zum Beginn der sonntäglichen Matinée spannten Chöre und Konzertbesucher gemeinsam mit den Anfangsstrophen des Liedes „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Dass nicht nur das Herz, sondern auch der Leib an diesem herrlichen Sommertag erfreut wurde, dafür sorgte das reichhaltige Mittagessen, das anschließend serviert wurde.

Juli 2010